Donnerstag, 17. Januar 2013

Baumwollanbau und seine Folgen

Baumwolle ist ein tolles Material keine Frage. Nicht ohne Grund wird all unsere Kleidung nahezu nur aus Baumwolle hergestellt. Leider hat die Pflanze aber auch ihre Schattenseite. Inbesondere im konventionellem Anbau gibt es schwerwiegende Folgen für Natur, Tier und Mensch. In folgendem Artikel informiert Fashion-Kleidung über den konventionellen Baumwollanbau und seine Folgen.





Der konventionelle Baumwollanbau

Anbau von Baumwolle

Bevor man die die Baumwollsamen ausbringt wird der Boden aufgelockert und von Unkraut entfernt. Anschließend werden die Samen ausgebracht. Um die Samen nun zur Keimung zu bringen muss der Boden dauerhaft feucht gehalten werden. In Gebieten mit wenig Niederschlag, also in den Gebieten in denen Baumwolle hauptsächlich angebaut wird, stellt das ein Problem dar. Der Regen reicht nicht aus um ein keinem der Samen zu garantieren. Aus diesem Grund muss künstlich bewässert werden. Sind die Samen dann aber gekeimt kann man auf einem Heckter zwischen 35.000-250.000 Sprösslinge zählen. 6-7,5 Monate später sind diese dann bereit zur Ernte.
Der konventionelle Baumwollanbau erfolgt per Monokultur. Das heißt also, es gibt keine Artenvielfalt und dem Boden werden demnach einseitig Nährstoffe entzogen und laugt ihn dadurch aus. Damit auf einem ausgelaugten Boden allerdings gewinnbringend angebaut werden kann muss viel gedüngt werden. Dadurch das der Dünger das im Boden herrschende Ökosystem keineswegs repariert, sondern ihn lediglich mit neuen Mineralstoffen etc. anreichert ist ein jeder Landwirt einer Monokultur früher oder lang auf entsprechenden Dünger angewiesen. Viele dieser Dünger sind allerdings schädlich für Umwelt, Tier und Mensch. (Dazu aber in einem weiterem Artikel genauere Erklärungen). Im Anbau von Monokulturen gibt es aber noch einen zweiten sehr entscheidenden Nachteil. Sie sind besonders Anfällig für Schädlinge und Krankheiten, was wiederum den Einsatz von Pestiziden zur Folge hat. (Lösungen könnten, Alternativen zum konventionellen Baumwollanbau sein)
Ebenfalls ein großes Problem des konventionellem Baumwollanbau ist der gigantische Wasserverbrauch. Die Welche die konventionelle Baumwollanbau mit sich bringt ist in Usbekistan und Kasachstan sehr deutlich zu betrachten. Der dort liegende Aralsee war ursprünglich mit 68.000 km² der viert größte See auf der Erde.

Lediglich 19 Jahre trennen die beiden Bilder. Das linke ist aus dem Jahr 1989 und das rechte aus dem Jahr 2008. Die Austrocknung des See stellt weltweit eines der größten vom Menschen verursachten Umweltkatastrophen dar. Der exzessive Anbau von Baumwolle in Monokulturen hat den größten Teil dazu beigetragen. Gigantische Wassermengen werden den beiden Hauptzuflüssen Amudarja und Syrdarja des Aralsee zur Bewässerung der Baumwolle verwendet. Nach und nach schwindet dadurch der Aralsee. Aber das ist nicht alles. Nicht nur das der Aralsee nun weniger Wasser trägt ist zum einen total versalzen, zum anderen aber auch durch giftige Pestizide/Herbizide etc. belastet.



Viel Wasser für wenig Baumwolle
Etwa die Hälfte der weltweiten Baumwolle stammt von künstlich bewässerten Flächen. Verglichen mit anderen Kulturpflanzen ist der Baumwollstrauch ein durstiges Gewächs, in seiner Wachstumsphase braucht er riesige Mengen Wasser. So kostet ein Kilo Baumwolle zwischen 10.000 und 17.000 Liter blaues Nass, in sehr trockenen Gegenden wie dem Sudan können es sogar 29.000 Liter sein. In eine Badewanne passen etwa 140 Liter Wasser. (Quelle: Ökofair)


Ernte von Baumwolle

In vielen Anbauregionen werden die gereiften Fruchtbäuche von Hand geerntet. In den bedeutendsten Anbauregionen, z.B. USA, Usbekistan und Australien hingegen wurde die Handarbeit durch Maschinen ersetzt. Die Erntekapazität  bei der Ernte von Hand liegt pro Arbeiter bei ca. 80-120 die Erntekapazität der Maschine hingegen bis zu 1500 Kilo. Da kommt einem doch die Frag auf: "Warum wird dann immer noch von Hand geerntet?" Tatsächlich ist die in den USA hergestellte Baumwolle 3x so teurer im Vergleich der Baumwolle aus westafrikanischen Ländern stammend. Das liegt zum einem an der Instandhaltung und Anschaffungskosten der Maschinen, der größte Aspekt für den gigantischen Preisunterschied sind aber die Einsparungen am Lohn der Mitarbeiter. Außerdem ist die Qualität der von Hand geernteten Baumwolle höher als die der maschinell geernteten Baumwolle. Denn Baumwolle ist immer noch eine Pflanze. Da die Pflanzen nicht zum selben Zeitpunkt reif sind erntet die Maschine folglich reife und unreife Baumwolle ganz zum Nachteil der Qualität. Außerdem werden durch die Maschine verunreinigte Kapseln, Äste, Blätter, Insekten und ähnliches mit abgeerntet.
Das Problem das Äste, Insekten oder Blätter ebenfalls erntet wurde mittlerweile allerdings zum Nachteil des Ökosystems gelöst. Vor der Ernte werden sogenannte Entlaubungsmittel  ausgebracht. In Usbekistan verwendete man sogar lange Zeit "Agent Orange". Ein hoch gesundheitsschädliches Entlaubungsmittel, hergestellt durch das Unternehmen Monsanto. Eingesetzt wurde dieses Mittel erstmals 1965 durch die US-Streitkräfte im Vietnamkrieg. Unter den Folgen dieses Giftes habe die Menschen in Teilen des Landes immer noch zu Leiden. Missbildungen, Krebs und Immunschwächen waren und sind keine Seltenheit.



Fazit:

Der konventionelle Baumwollanbau bedeutet: 
  • einen gigantischen Eingriff in das Ökosystem,
  •  führt Menschen in Armut und Abhängigkeit
  • gigantischer Wasserverbrauch (10.000-29.000 Liter pro Kilo)
  • hoher Einsatz von Pestiziden/Herbiziden/Fungiziden etc.
  • hoher Einsatz von Dünger
  • höhere Sterblichkeitsrate
  • kranke Tiere und Menschen
  • hoher Gewinn für Firmen die Dünger, Pestizide/Herbizide/Fungizide etc herstellen
[Update]: Nicht erwähnt wurde in diesem Beitrag, dass 75% der konventionell erzeugten Baumwolle von genmanipulierten Pflanzen stammt (lt. Umweltinstitut München e.V.)

"Erstmals wurde Gen-Baumwolle 1996 in den USA zugelassen. Mittlerweile stammen rund 75 Prozent der weltweit erzeugten konventionellen Baumwolle von genmanipulierten Pflanzen. Hauptanbauländer für Gen-Baumwolle waren 2011 Indien mit 12,1 Mio. Hektar und die USA und China mit jeweils 5,5 Mio. Hektar. Damit lag der Gentechnik-Anteil in der Baumwollproduktion in Indien bei 88 Prozent, in den USA bei 90 Prozent und in China bei 71 Prozent. In der EU ist die Aussaat von Gen-Baumwolle nicht gestattet. Es liegen jedoch entsprechende Anträge der Gentechnikkonzerne Monsanto und Bayer vor."(Quelle: http://umweltinstitut.org/fragen--antworten/bekleidung/konventionelle_bekleidung-678.html)

Alternativen zum konventionellen Baumwollanbau:

Die Alternativen werde ich in einem gesonderten Artikel näher beschreiben. Eine Alternative ist aber selbstverständlich der ökologische Baumwollanbau. Aber eines vorweg. Der hohe Wasserverbrauch ist auch beim ökologischen Baumwollanbau nicht zu beseitigen. Aus diesem Grunde werde ich auch eine Reihe an Stoffen vorstellen die mithilfe anderer Pflanzen hergestellt wurden. Darunter Flachs, Hanf und die Brennesel.
Die meisten werden sich jetzt wahrscheinlich nicht vorstellen können das daraus tatsächlich Kleidung hergestellt wird. Aber ja wird es. Sie ist nicht nur nachhaltiger sondern oftmals sogar deutlich haltbarer als Kleidung aus Baumwolle. Dazu aber in einem nächsten Artikel mehr.
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