Montag, 21. Januar 2013

Alternativen zum konventionellem Baumwollanbau

Nach dem ich auf Fashion Kleidung im letzten Artikel einige der Probleme nannte, die der Baumwollanbau, insbesondere der konventionelle Baumwollanbau mit sich bringt erfährst du hier über mögliche Alternativen.
Darunter natürlich der ökologische Baumwollanbau, aber auch Flachs, Hanf, Bambus, Brennessel, Kapokbaum, Pappel oder Ramie.







Warum benötigt es alternativen zum konventionellem Baumwollanbau?

Der konventionelle Baumwollanbau bringt schwerwiegende Folgen für Umwelt, Tier und Mensch mit sich.

Der konventionelle Baumwollanbau bedeutet: 
  • einen gigantischen Eingriff in das Ökosystem,
  •  führt Menschen in Armut und Abhängigkeit
  • gigantischer Wasserverbrauch (10.000-29.000 Liter pro Kilo)
  • hoher Einsatz von Pestiziden/Herbiziden/Fungiziden etc.
  • hoher Einsatz von Dünger
  • höhere Sterblichkeitsrate
  • kranke Tiere und Menschen
  • hoher Gewinn für Firmen die Dünger, Pestizide/Herbizide/Fungizide etc herstellen
  • 75% aller konventionell hergestellten Baumwolle wurde genmanipuliert
Für weiterführende Informationen empfehle ich: Der konventionelle Baumwollanbau und seine Folgen

Nachfolgend werden die Alternativen einzeln kurz beschrieben. Detailliertere Beschreibungen erscheinen in einem gesondertem Artikel.


Alternativen zum konventionellem Baumwollanbau

Der ökologische Baumwollanbau:

Die Baumwolle aus ökologischem Anbau, auch Bio-Baumwolle genannt werden nach den Richtlinien des ökologischen Landbau produziert. Der Einsatz von chemischen Pestiziden und Dünger sind verboten. Um dennoch einen lohnenden Ertrag zu erzielen wird z.B. mit Kompost oder Mist gedüngt. Dadurch erhöht sich der Humus Anteil im Boden, der somit mehr CO² und Wasser aufnehmen kann. Die dadurch erhöhte Aufnahmefähigkeit des Bodens schützt nicht nur vor Erosion sondern spart zudem unnötiges ausbringen von Wasser. Bio-Baumwolle wird außerdem von Hand gepflügt, weswegen nicht nur die Qualität höher als bei konventioneller Baumwolle ist, sondern auch völlig auf die giftigen Entlaubungsmittel verzichtet werden kann.
Ebenso verboten ist der Anbau in Monokulturen. Das heißt es darf nicht über einen längeren Zeitraum die ein und selbe Pflanze ohne Fruchtwechsel angebaut werden. Durch den Wechsel verschiedener Pflanzensorten wird verhindert das der Boden ausgelaugt wird, gleichzeitig aber auch das sich Schädlinge unkontrolliert ausbreiten können. Um die Ausbreitung von nicht erwünschten "Mitbewohnern" zu dem noch ein zu dämmen werden oftmals zu der Baumwolle Pflanzen angebaut die sich positiv daraus auswirken. 
"So werden zum Beispiel in Westafrika Sonnenblumen um die Baumwollfelder gepflanzt. Diese ziehen Schädlinge wie den Baumwollkapselkäfer an und verhindern so einen Befall der Baumwollpflanzen." 
Weitere Informationen rund um den ökologischen Baumwollanbau in einem nächsten Artikel.

 Alternativen zur Baumwolle

Flachs (Gemeiner Lein, Leinen):

Flachs, eine uralte Kulturpflanze die Faser- und Ölgewinnung angebaut wird. Seit dem 19. Jh. wurde sie allerdings fast vollständig von der Baumwolle verdrängt. Erst im 20. Jh. gewinnt sie als ökologische Naturfaser wieder an Bedeutung. Sie ist eine sehr genügsame Pflanze, ohne hohen Ansprüche an die Bodenqualität. So wächst Flachs auf mageren Sandböden, schweren Tonböden, moorigen, alkalischen sowie staunassen und verdichteten Böden. (Quelle: Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft
Rund um eine Pflanze die für den Anbau in Deutschland gut geeignet ist, wodurch sich die Transportkosten, aber auch die daraus resultierenden Umweltschäden minimieren. Aber auch die Leinenfaser bietet gegenüber der Baumwollfaser einige Vorteile:

"Leinen nimmt bis zu 35 % Luftfeuchtigkeit auf und tauscht diese Feuchtigkeit auch schnell mit der Umgebungsluft aus, wirkt somit kühlend, ist dennoch trocken wärmend. Deswegen wird das Gewebe gern für Sommerbekleidung eingesetzt. Die Wasserhaltung auf der Oberfläche ist auch Ursache der antistatischen (und damit schmutzabweisenden) Eigenschaft. Die Leinenfaser ist sehr reißfest und extrem unelastisch. Aufgrund der geringen Elastizität ist Leinen knitteranfällig; die Reißfestigkeit macht das Leinen strapazierfähig und langlebig. Leinen ist stark und muss nicht wie Baumwolle nachgestärkt werden. Es hat natürlichen Glanz und Stärke." (Quelle: wikipedia)
Allerdings gibt es auch Nachteile. So hat Leinen gegenüber der Baumwolle eine geringere Scheuerbeständigkeit.
(ausführliche Informationen in einem nächsten Artikel)

Hanf (Cannabis):

Hanf (Cannabis) zählt zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt und hat weitreichende Anwendungsmöglichkeiten, wodurch seine Beliebtheit wohl auch zurückzuführen ist. Der Ursprung der Pflanze vermutetet man in Zentralasien. Heute ist die Pflanze weltweit verbreitet. Eine Pflanze die trotz, oder vielleicht genau wegen ihrer weitreichenden Anwendungsmöglichkeit wurde im Mitte des 20. Jh. verdrängt, verteufelt und für illegal erklärt. Es war genau jene Zeit in der sich die Kunstfaser, besonders des Herstellers Du Pont auf dem Markt breit machte. Unterstütz durch die Anti-Cannabis Kampangen durch Harry J. Anslinger verstanden nun viele Cannabis als ein Werk des Teufels. Als eine Pflanze die man meiden muss, die einen in die tiefe Abhängigkeit mit anschließendem Tod führen würde, sofern man auch nur einmal seine Blüten kosten würde. Zwar ist die Pflanze heute weites gehend weltweit verboten, spezielle Sorten wie der Nutzhanf sind jedoch (unter strengen Auflagen in Deutschland) wieder zu gelassen. 

Die Vorteile die Hanf bieten kann sind immens.
Cannabis wächst in nahe zu allen Regionen. Es ist sehr resistent gegen Schädlingsbefall, benötigt relativ wenig Wasser, ist schnell wachsend und ist mit geringer Bodenqualität genügsam. Zudem können die Samen  für sehr wertvolles Speiseöl verwendet werden (Bio Hanföl) . Die Blüten allerdings sind aufgrund der speziellen Züchtung nur bedingt nutzbar. Denn der Nutzhanf wurde so gezüchtet, dass einige wertvolle Bestände in den Blüten nicht mehr vorhanden sind. Zwar können die Blüten dadurch nicht mehr als Droge missbraucht werden, für Medizin und Forschung sind sie aber gleichermaßen nutzlos. 
Die Fasern die aus Hanf hergestellt werden haben ebenfalls einige Vorteile gegenüber der Baumwolle: 
Die Hanffaser hat eine Wasseraufnahmefähigkeit von 8% des Eigengewicht, ohne das Wasser austritt. Außerdem haben Textilien die aus Hanffaser hergestellt sind eine deutlich bessere Scheuerbeständigkeit und sind somit deutlich langlebiger als Textilien aus Baumwolle. Hergestellt aus Nutz-Hanf werden heutzutage z.B.: Hanfpapier, Hanföl, Dämmstoffe, Garne, Stoffe, zum backen, Tee...und vieles mehr)
(weitere Informationen in einem gesondertem Artikel)

Bambus:

Hier möchte ich an erster Stelle darauf hinweisen  das viele Stoffe unter falscher Textilkennzeichnung als Bambus verkauft werden. Tatsächlich aber sind die Stoffe aus reiner Viskose, die mit der traditionellen Bambusverarbeitung nicht mehr gemein haben. (Quelle: bteBambus eines im asiatischem Raum schnell wachsendes Riesengras. Er ist sehr widerstandsfähig und regeneriert sich von selbst wodurch auf Pestizide und Herbizide verzichtet werden kann. Verarbeitet wird der Bambus entweder maschinell  oder chemisch. Wird er chemisch verarbeitet ist der kann wohl nicht von einem wirklichem ökologischem Vorteil der Baumwolle gegenüber gesprochen werden. Kurz gesagt, Bambus wird unter Zugabe von Chemikalien zu einem Brei gekocht. Die Cellulose wird dann anschließend zu Viskose weiterverarbeitet und Garne hergestellt. Die maschinelle Herstellung sieht in der Ökobilanz deutlich besser aus.Die hölzernen festen Teile des Bambus werden abgetrennt und die Wände durch natürliche Enzyme zu einen Brei zersetzt, sodass die Fasern heraus gekämmt  und zu einem Garn verarbeitet werden können. Bei der Verarbeitung von Hanf oder Flachs wird ebenfalls dieser umweltfreundliche Herstellungsprozess angewandt. "Der Nachteil beim Bambus aber: Die Verarbeitung ist sehr arbeits- und kostenintensiv." (Quelle: continental)     Sehr einzigartig an der Bambusfaser ist dafür die Eigenschaft antibakteriell und unanfällig für Pilze zu sein. 
(ausführlichere Informationen in einem gesondertem Artikel)


Brennessel:

Die Brennessel, eine Pflanze die zu mindestens im europäischem Raum jedem bekannt zu sein scheint hat nicht nur für den Gartenkenner große Bedeutung, sondern kann wird auch im Textilbereich eingesetzt. Insbesondere die Fasernessel wird dafür verwendet. Der Anbau gestaltet sich außerdem erdenklich einfach. Einmal angepflanzt kann man sie ca. 10 - 15 Jahre in Folge, ohne sie wieder neu anpflanzen zu müssen, ernten. Sie ist sehr resistent, auch Schädlingen gegenüber weswegen auf den Einsatz von Pestiziden gänzlich vermieden werden kann. Die Verarbeitung der Fasern erfolg ähnlich wie bei Flachs und Hanf.

Kapokbaum

Der Kapokbaum (Ceiba pentandra), auch als Wollbaum bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ceiba in der Unterfamilie der Wollbaumgewächse (Bombacoideae). (Quelle: Wikipedia)
Er ist in den gesamten Tropen vorzufinden. Aus den langen Fasern seiner Früchte wird das sogenannte Kapok (Pflanzendaunen) gewonnen. Nach dem Pappelflaum gilt der Kapokflaum wegen seines Lufteinschlusses von 80% als leichteste  natürliche Faser der Welt. In der Textilverarbeitung wird es heute als Beimengung zur Baumwolle verwendet. Da die Fasern mit einer Wachsschicht ummantelt sind sie Wasserabweisend und Schmutz unempfindlich. Durch den hohen Lufteinschluss zu dem sehr isolierend. 


Pappel

Die Pappeln (Populus) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Diese meist baumförmigen Pflanzen sind in Nordamerika und Eurasien heimisch. Sie wachsen an Flussufern und in Wäldern und werden häufig zur Gewinnung von Holz, Papier und Energie angebaut. (Quelle: wikipedia)
Aber auch aufgrund ihrer Samenhaare könnte die Pflanze an Bedeutung gewinnen. Denn die Samenhaare gelten als die leichtesten natürlichen Fasern der Welt. Die dadurch resultierende&nbsp Wärmeisolation und gute Fähigkeit zur Wasserdampfaufnahme und -abgabe spricht für sich. Verwendet wird dieses edle Material zur Zeit als Füllung für Bettdecken und Kopfkissen. Weitere Einsatzgebiete sind in Entwicklung. 

Ramie

Die Ramie, auch Chinagras genannt ist eine Pflanzenart der Brennesselgewächse. Als reine Faser ergibt Ramie leichte, seidige Gewebe, die Leinen ähneln. Haupteinsatzgebiet ist der Gebrauch als Textilfaser. Wegen seiner geringen Widerstandsfähigkeit und Elastizität wird Ramiefaser jedoch meist als Beimischung zu anderen Textilfasern verwendet. Dabei erhöht es den Glanz und die Stärke von Baumwollfasern und verringert das Schrumpfen der Wollfaser. Ihr Einsatz in diesem Bereich der Wollmischungen ist jedoch eher als exotisch anzusehen. (Quelle: wikipedia)



Ausführliche Informationen zu den einzelnen Pflanzen und Stoffen werden in separaten Artikeln folgen. Klicke auf abonnieren um keinen Artikel mehr zu verpassen.


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